Ein touristischer Meilenstein für den gesamten Westerwald wurde am Samstag mit der Einweihung des Stöffelparks bei Enspel gesetzt. 25 Millionen Jahre alte Fossilien und Basalt-Industriedenkmäler sollen Besuchermassen in den oberen Westerwald locken. Die ersten Projekte sind realisiert.
WESTERWALDKREIS. Die Erwartungen sind hoch und dem entsprechend groß war auch das Interesse, als Wirtschaftsminister Hendrik Hering, der Kreisbeigeordnete Kurt Schüler und Westerburgs Bürgermeister Gerhard Loos am Samstagmorgen den Stöffelpark zwischen Enspel, Stockum-Püschen und Nistertal offiziell eröffneten. Punkt eins des Programmes sah die Einweihung des neuen, 16 Meter hohen und 17 Tonnen schweren Aussichtsturmes vor, der von Stockum-Püschen aus - vorbei an der Götzenberghalle - in kürzester Zeit zu erreichen ist. Mit 99 000 Euro schlug der Bau der Stahlkonstruktion zu Buche, die aus Sicherheitsgründen etwas weiter weg vom Steinbruch platziert wurde. Die Investition hat sich alleine schon wegen der fantastischen Sicht auf die gigantischen Ausmaße des Stöffelmassivs gelohnt. Auch Westerwälder Firmen waren am Bau beteiligt.
Bürgermeister Gerhard Loos (Westerburg) streifte in seiner kurzen Ansprache die Geschichte des Stöffelmassivs und begrüßte die Gäste zur Einweihung des ersten Projektes an diesem Tag. Er informierte die Besucher, darunter "Westerwald-Botschafter" Hilmar Kopper, MdL Ralf Seekatz, die Ortsbürgermeister der Anrainergemeinden und Vertreter des VG-Rates Westerburg über die Schwierigkeiten bei der Standortsuche für den neuen Aussichtsturm und dankte allen Beteiligten, die an Bau und Planung mitgewirkt hatten. Ein besonderes Dankeschön ging an Wirtschaftsminister Hendrik Hering für die Unterstützung des Landes bei diesem Projekt. Hering hob die Bedeutung des neuen Parkes, der mit Investitionen von 5,5 Millionen Euro veranschlagt ist, hervor. Am Stöffel entstehe ein Park, der weit über den Westerwald hinaus die Menschen mit seiner fossilen Welt und seinen Industriedenkmälern anziehen werde, so Hering. Mit diesem Projekt sei eine Vision zur Wirklichkeit geworden. Der Minister sprach auch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer an, allen voran nannte er den Stöffelverein.
"Für den Westerwald ist hier ein Profilierungsprojekt entstanden", unterstrich Hering. "Es gab im Vorfeld nichts Vergleichbares, an dem man sich hätte orientieren können." Für den Stöffelpark liegen insgesamt Förderanträge in Höhe von 4,5 Millionen Euro vor. In Kürze schon, so der Minister, würden die ersten Bewilligungsbescheide verschickt.
Dem Kreisbeigeordneten Kurt Schüler war es vergönnt, nach einem Standortwechsel an der alten Brecheranlage in Enspel in Vertretung für Landrat Weinert die neue Info-Box zu eröffnen. Er betonte das Engagement des Westerwaldkreises in dieser Sache und wünschte dem Park, dass er zu einem Erfolgsmodell werde. Die Weichen hierfür, so scheint's, die sind bestens gestellt. Michael Wenzel

Quelle: Westerwälder Zeitung vom 17.07.2006 |